“Eine Stadt ist kein Joghurt” – Interview mit Place Branding Experte Andreas Müller in der Wiener Zeitung

In der Wiener Zeitung vom 27.7.2011 findet sich folgendes Interview mit Place Branding Experte Andreas Müller zum Thema “City Branding”. Der Originalartikel kann Online unter folgendem Link abgerufen werden.

„Eine Stadt ist kein Joghurt”

Wien.

Der Schweizer Nobel-Ferienort St. Moritz steht für exklusiven Lebensstil, Barcelona wird mit dem spanischen Architekten Antoni Gaudi verbunden, und Berlin positioniert sich als Kreativmetropole. Stadt- und Ortsnamen erzeugen ein bestimmtes Bild im Kopf – diese Vorstellung gezielt aufzubauen und zu beeinflussen, ist die Aufgabe von Städtebranding.Neben der vorhandenen Infrastruktur entscheidet das Image einer Stadt, wo sich ein Unternehmen ansiedelt, wo man die nächste Städtereise verbringt und ob man dorthin zum Einkaufen fährt. Städtemarken wollen auch den regionalen Stolz fördern, sagt der Place-Branding-Experte Andreas Müller: „Städte wollen den Bürgern klarmachen, in welcher tollen Stadt sie wohnen – und hoffen, dass sie das im Gespräch mit Fremden erwähnen.”

Was einer Marke schadet
Der Aufbau einer Marke (im Fachjargon: Branding) für eine Stadt unterscheidet sich wesentlich vom Branding eines angreifbaren Produktes. „Eine Stadt ist kein Joghurt”, sagt Thomas Hotko, Leiter der Beratungsabteilung bei der Wiener Branding-Agentur Brainds. Eine Stadt sei ein komplexes Gebilde mit vielen Anspruchsgruppen. Zudem ist bei einer Stadt jeder Nutzer gleichzeitig auch Produzent und Mitgestalter – anders als etwa bei Mineralwasser.

Die Entwicklung einer Stadtmarke fängt nie bei null an. „Jede Stadt hat ein Image, eine Geschichte und weckt Assoziationen”, sagt Müller. Viele Puzzlesteine formen das Image einer Stadt – von Politikern über Veranstaltungen und touristischen Angeboten bis hin zum persönlichen Kontakt mit Einwohnern, die von Außenstehenden als Botschafter der Stadt gesehen werden. Deshalb sei es wichtig, mit den lokalen einflussreichen Personen an einem Strang zu ziehen.

Beim Aufbau einer Stadtmarke wird die Vision für eine Stadt entwickelt. „Zuallererst muss das Produkt stimmen”, sagt Müller. Nur wenn die Rahmenbedingungen passen, kann die Positionierung erarbeitet werden. „Sonst entsteht eine Scheinwelt fern von der Realität”, warnt der deutsche Branding-Experte. Steht das Markenversprechen im krassen Gegensatz zur Wirklichkeit, könne das einer Stadtmarke Schaden zufügen. „Eine Industriestadt, die mit Kohle und Ruß verbunden wird, kann sich schwer in eine Kreativ-Metropole verwandeln.”

Schaden können auch Ereignisse wie die Massenpanik bei der Loveparade in Duisburg vor einem Jahr, weil der Eindruck entsteht, dass diese Stadt Probleme beim Ausrichten von Veranstaltungen hat.

Häufig Widerstand
Da professionelles Branding für Städte eine relativ neue Entwicklung ist, erzeugt es oft Widerstand. Branding wird in den Köpfen mit Werbeagenturen verbunden – dass dahinter monatelange Entwicklungsarbeit steckt, wird übersehen, heißt es von den Beratern.

„Viele Städte machen den Fehler, reine Werbeagenturen zu beauftragen, die ein Logo oder einen Slogan entwickeln”, sagt Müller. Bevor es an diese kommunikative Übersetzung geht, sollte aber das bestehende Image erhoben werden – und aus den Stärken eine Positionierung aufgebaut werden.

Aspern in Wien hatte laut Hotko als ehemaliges Flugfeld mit einem alten und falschen Image zu kämpfen. Bis 2028 sollen in dem Stadtteil je 20.000 Personen leben und arbeiten. Dafür wurde 2008 die Marke „Aspern – Die Seestadt Wiens” von Brainds geschaffen. Hunderte Einwohner, Experten und Meinungsbildner wurden befragt und acht mögliche Visionen abgeleitet. Drei davon wurden in einer Ausstellung erlebbar gemacht. Die Stadtentwicklungsgesellschaft Wien 3420 AG und politische Entscheidungsträger wählten jene Marke aus, die die Lebensbalance in den Fokus stellt.

Die Stadt Wien als Ganzes hat ein Corporate Design, aber kein mit Aspern vergleichbares Branding. „Das wäre sehr kostspielig und zeitaufwendig”, heißt es von der Stadt. Der Slogan „Wien ist anders”, der vor mehr als 20 Jahren entstanden ist, werde heute noch „ab und zu” verwendet. Stark ausgeprägt ist das Branding von Wien Tourismus, das mit dem Claim „Wien – jetzt oder nie” in 23 Ländern wirbt.

Warum liegt Wien laufend bei City-Brand-Rankings im Spitzenfeld? Erst in der Vorwoche reihte der Anholt-Gfk Roper City Brands Index 2011 Wien unter 50 Städten weltweit auf Platz neun. „Das Produkt Wien an sich ist unglaublich gut, denn Wien lebt heute noch von der früheren Bedeutung als Welthauptstadt”, sagt Hotko.

Eine Marke für eine Stadt zu entwickeln, ist wesentlich komplizierter als das Branding für ein Lebensmittel

Der Bud-Spencer Tunnel – Chance für das Citybranding von Schwäbisch Gmünd?

Ingenius Loci Markenmanagement für StädteDie 60 000 Einwohnerstadt Schwäbisch Gmünd steht Kopf. Im Mittelpunkt: ein neu gebauter Tunnel an einer Bundesstraße und die Suche nach einem geeigneten Namen. Eigentlich sollte zum Zwecke der Stärkung der lokalen Identität durch die Beteiligung der lokalen Bevölkerung ein passender Name für den Tunnel gefunden werden. Verschiedene Einsendungen der Bürgerinnen und Bürger wurden in die nähere Auswahl genommen und zur Abstimmung auf der Webpage der Stadt bereitgestellt. Darunter auch ein Name, der den lokalen Bezug zunächst gänzlich vermissen lässt: “Bud Spencer Tunnel”. Nun erhält der vermutlich als Witz gemeinte Namensvorschlag ungeahnte Unterstützung von der Facebookcommunity und lässt alle anderen Vorschläge vermutlich weit hinter sich (Der Spiegel berichtete). Plötzlich ist Schwäbisch Gmünd national in aller Munde und man schaut, leicht amüsiert über die unvorhersehbare Entwicklung, auf das beschauliche Städtchen. Zu allem Überfluss meldet sich der mittlerweile 81 jährige potentielle Tunnelnamensgeber Carlo Petersoli alias Bud Spencer auch selbst zu Wort, fühlt sich geehrt und verspricht sogar für eine eventuelle feierliche Eröffnung nach Schwäbisch Gmünd zu kommen. Die Eigendynamik der vormals simplen Namensfrage stellt die lokalen Verantwortlichen nun vor eine zweifellos schwierige Entscheidung, welche aus Stadtmarketingperspektive verschiedene Faktoren berücksichtigen muss.

Bud Spencer; Foto: Bud Spencer - Die Autobiographie, Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag

Bekanntheit: Hier kann man sicherlich von einem Glücksfall sprechen. Schwäbisch Gmünd erhält nationale und möglicherweise sogar internationale Aufmerksamkeit. Es bietet sich die Chance den Namen der Stadt in einem positiven Licht darzustellen und dabei große Menge an Menschen zu erreichen. Nicht nur die Entscheidung sondern vor allem das Verhalten der Stadtverantwortlichen in der Presse, die Art wie die Entscheidung formuliert wird kann nun wichtige Signale aussenden und das Image Schwäbsich Gmünds nachhaltig positiv aber auch negativ verändern.

Image: Grundsätzlich positiv ist das sehr gute Image von Bud Spencer als Schauspieler in der Welt! Gerade ist seine Biographie erschienen, in der sich der leidenschaftliche Neapolitaner als intelligenter, sympathischer, bodenständiger, sozial engagierter und humorvoller Zeitgenosse zeigt, der dem Leben stets mit einer gehörigen Prise Ironie begegnet. Hier könnte man es definitiv schlechter Treffen mit einem Namensgeber. Eine Entscheidung für Bud Spencer würde jedoch nicht nur eine Entscheidung für einen Namen bedeuten sondern auch symbolischen Wert besitzen, der für das Image Schwäbisch Gmünds nicht hoch genug eingeschätzt werden kann. Es wäre ein Zeichen für Modernität und Offenheit gegenüber neuen Medien, ein Zeichen für Flexibilität und Humor. Die Chance bietet sich nicht zuletzt deshalb, weil es sich bei besagtem Tunnel nicht um lokal etabliertes Kulturgut oder um ein wichtiges Zeichen des lokalen Selbstverständnisses handelt, welches eine eigene für das Lokalgefühl wichtige und bekannte Geschichte besitzt. Stattdessen ist der Tunnel ein junges, funktionales Ding. Die Gefahr in der Breite der Bevölkerung lokale Gefühle zu verletzen erscheint relativ gering. Dennoch sollte den Reaktionen Beachtung geschenkt werden. Nur im Falle einer breiten Empörungswelle sollte meiner Ansicht nach eine andere Namensgebung in Betracht gezogen werden. Gerade die Tatsache, dass der beliebte Namensgeber sich geehrt fühlt und sogar für eine Eröffnung persönlich Anreisen würde bietet die Möglichkeit die Geschichte des Tunnels zu prägen. Was spräche denn daneben gegen ein Bud-Spencer Museum in Schwäbisch Gmünd? Der Grundstein ist gelegt und die potentielle touristische Zielgruppe ist groß. Doch gibt es auch Risiken, die ein Citybranding mittels einer prominenten Person (Celebrity Endorsement) mit sich bringen kann. Im Falle von Fehlverhalten der entsprechenden Figur könnte ein Imageschaden für die Stadt die Folge sein, so die Theorie. Im Falle Bud Spencers ist diese Gefahr als äußerst gering einzustufen. Ein Mann, der sich in seinem ganzen Leben keine öffentliche Blöße gegeben hat, wird damit im Alter von 81 Jahren kaum anfangen.

Insgesamt zeigen sich das Internet und die sozialen Netzwerke somit auch als positiver Chancengeber für eine Stadt. Es bleibt abzuwarten ob und wie Schwäbisch Gmünd diese Chancen nutzt.

Andreas Müller

LiM-Studie ist Grundlage des Bremer Stadtmarketings

Ingenius Loci Markenmanagement für StädteAuch zwei Jahre nach ihrer Veröffentlichung stellt die  Image- und Identitätsanalyse des Lehrstuhls für innovatives Markenmanagement für die Stadt Bremen, durch Prof. Christoph Burmann,  Dipl.- Geogr. Andreas Müller und Dipl.- Oek. Michael Schade,  die zentrale Grundlage für das Stadtmarketing Bremens dar. Dies liess Dr. Klaus Sondergeld,  Chef des Bremer Stadtmarketings, am 22.12.2010 im Rahmen eines Artikels der Bremer Zeitung “Weser Kurier” verlauten (vgl. Anhang).

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Andreas Müller

Oberstaufen zeigt sich bei Google und gewinnt Profil

Ingenius Loci Markenmanagement für StädteDer Traum eines jeden Stadtmarkenverantwortlichen ist positive mediale Aufmerksamkeit. Diese in nationalem Rahmen zu Erreichen ist bei engen kommunalen Budgets auf konventionellem Weg, wie beispielsweise durch Fernsehwerbung, so gut wie unmöglich. Durch eine kreative Idee gelang es der kleinen Tourismusdestination Oberstaufen im Allgäu aber dennoch. Geschickt machte sie sich den medialen Rummel um den Suchmaschinenbetreiber Google und dessen hitzig debatierten Dienst Streetview zunutze, um die versammelte deutsche Presselandschaft ins Allgäu zu ziehen (Details).

Während viele Deutsche ihre Privatsphäre durch Streetview gefährdet sehen, tritt Oberstaufen beinahe geschlossen als offene Stadt auf, die jedem Interessierten gerne Einblick in ihre Strassen und Plätze gewährt.  Durch den Google-Coup gelingt es der Stadt in idealer Weise (gewollt oder nicht) etwas zu erreichen, was viele andere (und größere) Tourismusdestinationen verzweifelt versuchen, nämlich sich als “offen” und “gastfreundlich” zu positionieren. Dass die Stadt nun auf Streetview zu sehen ist, ist dabei ein netter Nebeneffekt. Zentral ist jedoch die Symbolik, mit welcher die Stadt “Offenheit” und “Gastfreundschaft” sichtbar belegt! Ein Blick auf die Internetseite Oberstaufens zeigt, dass Gastfreundschaft tatsächlich ein zentrales Identitätsmerkmal der Stadtmarke ist. So wird der neugierige Besucher im Rahmen der interaktiven Kampagne “Du bist Oberstaufen” schnell zum erwünschten prominenten Ehrengast (www.dubistoberstaufen.de). Auch an dieser Stelle wird die Identität der Stadt erlebbar ohne dass man tatsächlich vor Ort sein zu muss.

Interaktive Kommunikation auf www.oberstaufen.de

Der Autor wird als willkommener Gast mit allen Ehren ortstypisch empfangen!

In wiefern Oberstaufen seine Markenversprechen und die geschürten Erwartungen tatsächlich erfüllen kann, ist nur durch einen Besuch herauszufinden. Fest steht jedoch, dass es nur durch ein identitätsbasiertes und integriertes Symbolmanagement vor Ort und in den Medien gelingen kann, eine nachhaltig starke Marke “Oberstaufen” zu schaffen, die auch nach Abebben der Diskussion um Google Streetview in den Köpfen der Menschen präsent ist. Die ersten Schritte hierzu sind in jedem Fall getan.

Andreas Müller
www.ingeniusloci.de

“Zukunftsfähig”… made in Bremen?

Ingenius Loci Markenmanagement für StädteKaum eine Branche transportiert „Zukunftsfähigkeit“ greifbarer und spektakulärer als die Luft- und Raumfahrt. Wer hat nicht schon einmal voller Erstaunen und Begeisterung einen Raketenstart im Fernsehen verfolgt oder das majestätische Abheben eines Airbus bewundert? Luft- und Raumfahrt transportiert aber noch mehr: Aufbruch, Grenzüberschreitung, Ingenieursleistung, Wissenschaft, Hochtechnologie und nicht zuletzt Arbeitsplätze für Spezialisten und Hochqualifizierte. All dies sind Eigenschaften, mit denen sich jede Stadt wohl gerne Schmücken würde, mit denen sie sich vom Wettbewerb differenzieren könnte. In diesem Sinne ist das tatsächliche Vorhandensein eines Luft- und Raumfahrtclusters in einer Stadt natürlich die nötige Voraussetzung. Daneben gilt es aber vor allem, die Qualitäten einer solchen Stadtstärke zu kommunizieren, denn kommunikative Bescheidenheit hilft im Wettbewerb um Einwohner, Studenten, qualifizierte Arbeitskräfte und Unternehmen sicher nicht weiter.
Was hat Luft- und Raumfahrt nun mit Bremen zu tun? Sehr viel! So wurden beispielsweise Teile des mit weltweiter Presse bedachten Columbus Weltraumlabors für die internationale Raumstation ISS in Bremen gebaut. Presse, die für das Branding Bremens als Zukunftsstandort von hoher Bedeutung ist, wenn Sie eine Verbindung zwischen Produkt und Stadt herzustellen vermag.

Die Qualitäten Bremens als Luft- und Raumfahrtstandort sind nicht nur faktisch durch Unternehmen wie z.B. EADS, DLR oder OHB Systems vorhanden, sie prägen auch die Wahrnehmung der Bremer Bürgerinnen und Bürger bereits deutlich (vgl. Image- und Identitätsanalyse für Bremen und Bremerhaven des Lehrstuhls für innovatives Markenmanagement LiM 2008). Außerhalb der Stadtmauern, in Deutschland und dem nahen Ausland wird die Marke Bremen dagegen kaum mit dieser Branche in Verbindung gebracht und auch kaum mit ihren “zukunftsfähigen” Werten verbunden.

Umso wichtiger ist daher eine gezielte Außendarstellung Bremens als Zukunftsstandort der Luft- und Raumfahrt auf nationalem und internationalem Niveau. Ein hervorragende Chance dazu bietet die Berliner Airshow (ILA – International Aerospace Exhibition and Conferences). Vom 27. Mai bis 1. Juni 2008 präsentiert sich Bremen damit erstmals auf einer der weltweit wichtigsten Luft- und Raumfahrtausstellungen. Insgesamt 16 Unternehmen und wissenschaftliche Einrichtungen stellen dort sich sowie ihre Entwicklungen und Dienstleistungen auf dem Gemeinschaftsstand vor.

Neben der Teilnahme an Messen wäre die Ausrichtung eines solchen Luft- und Raumfahrt-Großevents in Bremen ein deutliches Signal, um sich selbst und der Welt zu zeigen: Bremen ist zukunftsfähig!

 

Andreas Müller

 

Nachtrag vom 31.05.08: Die Netzeitung berichtet über Bremer Unternehmen auf der ILA

Branding Bremen!

Ingenius Loci Markenmanagement für StädteDer renommierte Place Branding Experte Simon Anholt stellt in seinem 2007 erschienen Buch „Competitive Identity“ fest, dass jede Stadt, die sich im Wettbewerb um Einwohner, Touristen, Studenten und Unternehmer behaupten möchte, sich als erstes mit der Frage auseinandersetzen muss: „Wie werde ich wahrgenommen?“. Eine klare Vorstellungen, wie die eigenen Bürger und wie externe Zielgruppen eine Stadt wahrnehmen, welche Bilder und Emotionen in ihren Köpfen existieren, bilden die Grundlage für für ein nachhaltiges Place Branding.
Eine repräsentative Studie, die sowohl die Innensicht der Bürger (Identität) als auch die Außensicht Externer (Image) untersucht und in Beziehung setzt, bietet den lokalen Politikern, Marketingexperten und allen Personen, die zur Gestaltung der Stadt beitragen, ein gemeinsames Fundament zur Ausrichtung ihrer stadtbezogenen Aktivitäten. Daneben lassen sich konkrete strategische und operative Empfehlungen zur Entwicklung einer Stadtmarke ableiten, die die Wahrnehmungen der internen und externen Zielgruppen zur Basis hat.

Der Lehrstuhl für innovatives Markenmanagement (LiM) an der Universität Bremen erarbeitete von Mai 2007 bis Mai 2008 eine solche repräsentative Identitäts- und Imageanalyse für die Städte Bremen und Bremerhaven. Gefördert wurde diese durch den europäischen Fonds für Regionalentwicklung (EFRE). Auftraggeber waren zum einen der Senator für Wirtschaft und Häfen des Landes Bremen sowie die Bremen Marketing mbH.

Das City Branding Team um Markenexperte Prof. Dr. Christoph Burmann – Dipl. Ökonom Michael Schade und Dipl. Geograph Andreas Müller befragte über 6000 Personen im In- und Ausland nach deren Vorstellungen von den Städten Bremen und Bremerhaven. In enger Kooperation mit Dr. Klaus Sondergeld, Leiter der Bremen Marketing mbH, entstand ein umfangreiches und detailliertes Bild der internen und externen Wahrnehmung Bremens und Bremerhavens, das in folgender Zusammenfassung am 10.4.08 der Presse vorgestellt wurde: branding_bremen_preko

 

Presseresonanz zur LiM Studie:

 

Wer Bremen kennt, findet es gut Weser, Werder, Stadtmusikanten Wahrzeichen sind echte Marken Spitzenplatz an Stadtmusikanten Der Ruf ist doch nicht ruiniert Authentischer MarkenkernWeser wichtiger Werbeträger

 

 

 

Quellen: Die Welt, TAZ, Weser Kurrier, Weser Report, Bremer Nachrichten, Nordwestzeitung, Kreiszeitung, Wirtschaft in Bremen;

Andreas Müller

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Place Branding: einige Fragen zum Thema…

Ingenius Loci Markenmanagement für Städte“… die besondere, vorherrschende Atmosphäre, den einzigartigen, innewohnenden Charakter eines Ortes”, so beschreibt wikipedia den Begriff “genius loci”. Begreift man Städte als Marken, so bildet der genius loci einer Stadt den authentischen Markenkern. Das Branding einer Stadt macht sich nachfolgend zur Aufgabe, authentische Elemente einer Stadtmarke nach außen an potentielle Zielgruppen wie z.B. Touristen, Investoren und Studenten zu vermitteln, um sich im hart umkämpften Markt der Städte zu positionieren und von den Mitbewerbern zu differenzieren.
Doch wie findet man den genius loci einer Stadt heraus? Was ist authentisch für London, New York, Bern, Hamburg, Bremen oder Heidelberg? Entspricht es dem, was man draussen in der Welt von diesen Städten bereits denkt? Hat eine Stadt vielleicht schon ein besonders gutes oder schlechtes Image oder ist sie außerhalb ihrer Stadtmauer etwa noch gänzlich unbekannt? Wie prägt die mediale Berichterstattung Vorstellungsbilder von Städten? Welche Rolle spielt die Realität beim Branding von Städten? Welche Anforderungen werden auch oder gerade durch die mediale Vernetzung an das Markenmanagement von Städten gestellt? Ist eine Werbekampagne wie bspw. “Be Berlin” ausreichend, um die Vorstellungsbilder einer Stadt in den Köpfen von Menschen nachhaltig zu ändern? Oder schlägt sich die negative Presse zur Werksschliessung von Nokia in Bochum auch langfristig negativ auf das Image der Stadt als Wirtschaftsstandort nieder?
Wie könnte eine Stadt auf solche Presse reagieren? Über welche strategischen und operativen Möglichkeiten verfügt das Markenmanagement von Städten? Sind etablierte Konzepte des Product- oder Corporate Branding einfach übertragbar auf Räume?

Mit diesen und weiteren Fragen zum Thema Markenmanagement / Branding von Städten setzt sich dieser Blog in Zukunft auseinander. Ich freue mich auf rege Beteiligung und spannende Diskussionen.

Andreas Müller

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